Nehmen wir uns Zeit, in der Natur zu sein!

Ich war in den Bergen wandern, dieses Mal in den Dolomiten, umgeben von Bergstöcken wie dem Latemar, dem Rosengarten, dem Sella und dem Pordoi. Es war unfassbar schön, beeindruckend, großartig und anstrengend. Wir haben sieben Tage lang jeden Tag eine Tour aus unserem Wanderführer gemacht, und das waren Herausforderungen, entweder, weil die Touren anspruchsvoll waren, oder auch, weil es teilweise im August auch sehr voll war.

Wir haben uns nicht beirren lassen, ich habe viele Steine mitgebracht (zur Belustigung meines Mannes, der auf immer größere Steine zeigte, damit ich auch diese mitnehmen könnte!) und ich bin wieder komplett eingetaucht in dieses Ganzkörpererlebnis: Augen, Ohren, Nase, Körper, Atem, alles war beschäftigt und erfasst. Es ist anstrengend, also spüre ich mich, meinen Atem, mein Herz, während gleichzeitig die unfassbare Schönheit und Wildheit dieser Berge mein Auge erfreut, die Geräusche der Berge meine Ohren füllen und die Düfte der Blumen und der Steine (auch Steine haben einen Geruch) und der Pflanzen mich umgibt. Ich habe zwei Gemsen gesehen, die in einem Affentempo hinter mir hergerast kamen, um kurz hinter mir von dem Höhenweg abzuspringen und bergab zu toben, das war echt unglaublich.

Wandern macht darüber hinaus etwas mit mir, es bringt mich in einen meditativen Zustand, der, wenn ich Glück habe, in einem Erleben der Einheit gipfelt, einem Einssein mit den Bergen, dem Himmel, allem, was ist. Es ist unmöglich zu beschreiben, aber jede(r), der es schon mal erlebt hat, hat es sofort erkannt und wird es auch sofort wiedererkennen. Es ist, als wenn die Bäume mein Rückgrat bilden, der Atem der Berge meine Lungen füllt und die Blätter der Pflanzen in mir rauschen. Es geschieht nicht oft bisher und es dauert nicht lange, aber es ist wunderschön.

Ich kann es zwar nicht herbeirufen, aber ich kann dem Gefühl nahekommen, wenn ich in der Natur bin. Das geht auch hier in Berlin, und gerade heute morgen, als ich um den Schlachtensee gelaufen und danach in ihm geschwommen bin, hatte ich eine Ahnung davon, wie es war. Deswegen ist es so wichtig, soviel Zeit wie möglich draußen zu verbringen, unabhängig von dem Wetter und möglichst weit weg von allem. Wobei auch das nicht wirklich wichtig ist, die Natur wirkt auch, wenn wir mit vielen Menschen sind – schließlich sind wir mit diesen auch verbunden, und ich kann kaum den Anspruch haben, da, wo es so schön ist, alleine zu sein. Ich bin ja dann auch Teil dieser Fülle, die mich stört, wie ein guter Freund es mal ausgedrückt hat…

Ich wünsche uns allen eine wunderbare Woche mit möglichst viel Zeit in der Natur, lasst es euch gut gehen!