Lasst uns mal schauen, was wirklich wichtig ist

im Leben. Und vor allem, ob wir uns danach auch richten. Ob der Zeit- und Aufmerksamkeitsaufwand auch der Wichtigkeit entspricht. Ich stelle des öfteren fest, dass ich mich da nicht wirklich kongruent verhalte.

Kongruent wäre ich dann, wenn ich genau so viel Zeit auf einzelne Bereiche meines Lebens verwende, wie sie verdienen. Zum Beispiel bin ich ganz gut darin, für meine Bewegung zu sorgen, ich mache eigentlich jeden Tag Sport und wenn ich mal einen Tag nichts mache, ist es auch in Ordnung. Damit bin ich zufrieden, Bewegung ist wichtig, wenn auch nicht ganz oben auf der Liste, und ich bin froh, dass ich das so im Griff habe, dass es auch nicht zuviel Zeit in Anspruch nimmt. Dann ist da die Zeit mit geliebten Menschen, die immer gut angelegt, ja lebensnotwendig ist. Die Arbeit  mit Klienten, die immer bereichernd und beglückend ist. Auf der anderen Seite verbringe ich zu viel Zeit damit, Äußerlichkeiten zu organisieren, was ziehe ich an, wie sehe ich aus, was brauche ich noch an Kleidung, an Kosmetik, an allem möglichen. Letztlich brauche ich natürlich gar nichts, weil ich von allem genug, wenn nicht zu viel habe. Aber ich möchte auch gut aussehen, es ist mir nicht egal, ob die Schuhe zur Kleidung und zum Mantel passen und umgekehrt. Trotzdem bleibt oft das Gefühl, es sei mir zu wichtig, ich könnte in der Zeit doch auch etwas Sinnvolleres tun, mich um andere Menschen kümmern, lesen, meditieren, Spazierengehen. Auch die sonstige Organisation des täglichen Lebens braucht viel Zeit und Platz, Haushalt, einkaufen, kochen, Auto waschen, Reifen wechseln, aufräumen undsoweiterundsofort. Der Garten gehört nicht in diese Liste, wenn ich im Garten bin und arbeite, ist es immer verbunden und schön und sinnvoll. Dann denke ich wieder, auch alles andere macht Sinn, schließlich muss ich essen und mag es auch gerne ordentlich haben, ganz zu schweigen von meiner Familie. Vielleicht wäre es am besten, ich bekäme es so hin, dass ich das, was getan werden muss, ebenso als Aufgabe in Verbindung sehe wie meine Gartenarbeit. Damit wäre das Problem gelöst, diese Aufgaben wären keine lästigen Zeitfresser mehr, sondern auch verbunden mit dem, was mir wichtig ist. Ich bin gespannt, ob und wie das funktioniert – und ob ich die wirklich nicht so wichtigen Dinge besser loslassen kann.

Lasst uns eine bewusste Woche haben, wo wir uns einbringen, wieviel Kraft wir in was stecken und auf welche Weise wir das besser verteilen können.