Ist die Welt so, wie wir sie sehen?

Einer der Schlüssel zum Glück ist es, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Damit meine ich nicht nur, dass wir über uns selbst lachen können. Die meisten Menschen können ganz lustige Geschichten über sich selbst erzählen. Nein, ich meine, dass wir uns nicht wichtiger nehmen als andere Menschen.

Aber das tue ich doch gar nicht, ist die spontane Antwort darauf, und vermutlich dachten das auch alle meine Leser ganz spontan, als sie auf den Weiterlesen-Link klickten. Aber ja, das tun wir die meiste Zeit. Wir ärgern uns über Verzögerungen auf unserem Weg zur Arbeit – weil wir unser Anliegen wichtiger nehmen als die der anderen Verkehrsteilnehmer. Wir regen uns auf, weil nicht alles so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben – weil wir versuchen, alles zu kontrollieren. Wir sind unfreundlich zu unseren Liebsten, weil sie sich nicht so verhalten, wie wir es uns gerade vorgestellt haben. Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Das ist alles auch nicht wirklich schlimm. Aber auch nicht sehr förderlich auf unserem Weg der Entwicklung.

Was können wir also tun? Ich habe das heutige Beitragsbild für das Motto der Woche gewählt, weil es es so schön absurd ist. Es lässt uns innehalten und fragen „Wie bitte?“. Das ist immer gut. Kein Künstler toleriert die Realität. Was soll denn das heißen? Und schon indem wir diese Frage stellen, verlassen wir den Platz der gesicherten Erkenntnis und das bringt uns aus der Ruhe, aus dem Gleichgewicht, als dem Wissen, an einen Ort der Offenheit, der Frage und der anderen Perspektive. Alleine das ändert unseren Tag und unsere Woche. Denn wenn wir die Realität – und gemeint ist die jeweils eigene, meine ist nämlich anders als die jedes anderen…- nicht mehr für bare Münze nehmen, sondern hinterfragen, dann ist alles möglich. Dann können wir die Fülle auf den morgendlichen Straßen auch als Bereicherung sehen, weil wir nämlich Teil dieser Fülle und nicht alleine sind, und es kann auch nett sein, im Schwarm mitzuschwimmen auf dem Weg zur Arbeit und sich als Teil des großen Ganzen zu fühlen. Wenn der Tag nicht läuft wie geplant, dann kann das doch wunderbare neue Möglichkeiten eröffnen, vielleicht war der Plan gar nicht so toll, wie ich dachte, und vielleicht ist es sogar ganz befreiend, nicht alles zu kontrollieren, denn das klappt eh nicht, also ist es verschwendete Energie – wie fühlt es sich denn an, mit dem Leben zu gehen, egal, was kommt? Und wenn unsere liebsten Menschen uns ganz anders begegnen, als wir dachten, können wir ja auch erstmal einen Augenblick darüber nachdenken, wie wir das finden, anstatt auf Biegen und Brechen unsere Vorstellungen an die erste Stelle zu setzen.

Lasst uns alle diese Woche mal einen zweiten Blick auf das werfen, was uns begegnet, bevor wir reagieren, und lasst uns schauen, was dann alles Schönes/Großartiges/Spannendes passiert. Viel Spaß dabei!!