Lasst uns mit offenen Augen durch diese Welt gehen, denn wir alle ändern uns

jedes Jahr, jeden Monat, jede Woche, jeden Tag, ja, fast jede Stunde. Wir sind nicht immer dieselben, es kommt darauf an, mit wem wir zusammen sind, womit wir beschäftigt sind und was insgesamt gerade ansteht.

Das ist irritierend, ja, das stimmt, aber das ist auch großartig, denn es bietet uns die Möglichkeit, zu lernen und immer wieder neue Erfahrungen zu machen, was meiner Meinung nach der Grund ist, warum wir hier auf der Welt sind. Wir lernen im besten Falle – nämlich dann, wenn wir offen und wach sind – vor allem, nichts für gesichert zu halten. Sondern genau hinzuschauen, was um uns herum passiert und was gerade ansteht, bei uns und bei anderen. Es wäre wohl ziemlich langweilig, wenn die Welt morgen genauso wäre wie heute. Und sicher wäre das auch nicht, denn wenn sich nichts verändert, dann können wir uns auch nicht entwickeln.

Rumi hat das mit dieser Gedichtzeile unglaublich schön ausgedrückt, denn indem er sich selbst mit dem Mond vergleicht, macht er uns klar, dass wir kosmische Wesen sind, die Einflüssen unterliegen, die die von ihn gesteuert werden können. Unsere Entwicklung, unser Hier-Sein erfordert gerade deswegen wache Augen und einen wachen Geist – damit wir flexibel reagieren können und offen sind für alles, was uns begegnet. Wie oft habe ich die einprägsamsten Dinge erlebt an Orten und mit Menschen, wo und von denen ich das nun gar nicht erwartet hätte. Ich habe neulich gelesen, es sei der Persönlichkeitsentwicklung außerordentlich förderlich, wenn wir uns mindestens einmal am Tag mit jemandem unterhalten, der ganz bestimmt nicht unserer Meinung ist. Und ihm gut zuhören dabei, eine wirkliche Unterhaltung führen.

Das liegt dann wohl daran, dass wir Irritationen eher brauchen als die immer gleiche Auffassung, die wir ohnehin schon für richtig halten. Lasst uns also diese Woche mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, auf dass wir inspiriert werden, uns zu ändern und zu entwickeln!