Schamanisches Leben XIV : Integrität und Ethik

Schamanische Arbeit ist Arbeit mit Energie, letztlich Energiemedizin. Alles ist Energie, hat Einstein gesagt, und das habe nichts mit Esoterik zu tun, sondern mit Quantenphysik. Wenn das so ist, dann ist Energiearbeit Physik, und folgerichtig schamanische Arbeit auch.

Ich schreibe das, weil es etwas zu bedeuten hat. Jede/r von uns weiß, dass Energie unfassbar wichtig ist, wir kennen alle einerseits das Gefühl, vor Energie zu vibrieren, und andererseits das Gefühl, leer und ohne Energie zu sein. Deswegen bedeutet Energiearbeit mehr, als wir zunächst annehmen. Es ist nicht damit getan, ein bisschen zu räuchern und nett zu sprechen. Nicht einmal damit, positive Energie fließen zu lassen. Wenn wir Schamanen im leuchtenden Energiefeld unserer Klienten arbeiten, dann nehmen wir das sehr ernst. Es ist nämlich lebenswichtig und es ist nicht ohne. Schlecht ausgebildete Heiler können ihren Klienten auch bei dem besten Intentionen Schaden zufügen, indem sie die Möglichkeit schaffen, dass negative Energien eindringen und sich verbreiten.

Gut ausgebildete Schamanen gehen verantwortlich mit dem Leben ihrer Klienten um. Dazu gehört meiner Meinung nach mindestens, dass wir keinen Schaden anrichten. Das wiederum bedeutet, dass wir nur das tun, von dem wir ganz genau wissen, dass es richtig ist. Das bedeutet nicht zwingend, dass alle unsere Arbeiten für den jeweiligen Klienten immer nur angenehm sind. Angenehm ist vieles, auch eine Massage, ein Spaziergang in der Sonne und ein liebevolles Gespräch. Wachstum und Veränderung hingegen – und nur darum geht es in der schamanischen Arbeit – erfordern Mut, Schritte aus der Komfortzone heraus und in das Unbekannte. Das ist nicht immer angenehm, aber immer wichtig. Und immer lohnend. Auch wenn die einzelnen Schritte nicht immer angenehm sind, so ist die Arbeit als solche wichtig, und noch viel wichtiger ist das Ziel, nämlich die Entwicklung, die der Klient nimmt. Ich habe etwas ganz Wichtiges von einer meiner Lehrerinnen, der wunderbaren Julie Hannon gelernt: Wenn wir wollen, dass unsere Klienten sich entwickeln, dann müssen wir sie lieben, wie sie sind. Ohne Plan, ohne Ziel. Oder, um es anders auszudrücken: Der Weg ist die Belohnung, sowohl für uns als auch für unsere Klienten.

Unsere Arbeitsethik bedeutet abgesehen von der Selbstverständlichkeit, niemals mit Absicht Schaden anzurichten oder Böses zu tun (Schwarzmagie!), vor allem, achtsam zu sein – vorsichtig, liebevoll und gründlich. Damit unsere Klienten sich bei uns sicher und aufgehoben fühlen können. Das ist die Ethik von Alberto Villoldo, dem Gründer unserer Schule, der hier darüber geschrieben hat (allerdings englisch). und all seinen Schülern, und wir sind darauf sehr stolz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.