Schamanisches Leben XIII: Bekannte Verhaltensweisen öffnen keine Türen zu neuem Erleben

Wenn wir das Gefühl haben festzustecken und nicht weiterzukommen, immer wieder an demselben Punkt zu stehen, ohne dass sich etwas ändert, dann ist die Zeit gekommen, neue Wege zu gehen. Denn offenbar bringen uns unsere bekannten Verhaltensweisen jetzt nicht weiter. Wenn sie es täten, hätten wir nicht das Gefühl, dass sich nichts ändert.

Denn wir bemühen uns ja, wir denken nach, überlegen alles Mögliche, sprechen mit unseren Vertrauten und bewegen das Problem nicht nur in unserem Herzen. Und damit ist klar: Etwas anderes muss geschehen. Etwas, das wir offenbar nicht kennen, denn sonst wüssten wir ja, was wir verändern müssen.

Hier kommt die schamanische Arbeit ins Spiel. Die Schamanin arbeitet ja nicht alleine oder an dem Klienten. Nein, die Schamanin arbeitet mit dem Klienten, indem sie ihn wie eine Hebamme lediglich anleitet. Die Arbeit macht der Klient, allerdings auch nicht alleine, sondern unterstützt von allen guten Kräften, mit denen wir verbunden sind und die nichts lieber tun, als uns zu helfen, zu stärken und zu führen. Allerdings vergessen wir das oft, und daran erinnert eine schamanische Behandlung. Die Schamanin ruft die Kräfte hinein, damit der Klient sie erleben kann, auf dass er sich gestärkt anderen Lösungen zuwenden kann als denen, die er bereits ausprobiert hat und kennt. Deswegen ist diese Arbeit so kraftvoll – jedes Problem, jedes Missempfinden ist ein Hinweis darauf, dass sich etwas ändern muss. Oft ist es von außen verblüffend einfach zu sehen, wo der Knackpunkt ist, und auch dafür sind wir da. Um behutsam hinzuweisen, zu zeigen, anzuleiten.

Das Resultat gelungener schamanischer Arbeit ist mindestens einmal eine neue Sichtweise des Themas, mit dem der Klient gekommen ist. In der Regel kommt dazu eine Erkenntnis, worum es tatsächlich geht, und dazu noch ein, zwei Schritte in die richtige Richtung. Oft gibt es bahnbrechende Veränderungen, immer Erleichterung. Die Erleichterung, verstanden und gesehen zu werden. Das Wissen, dass eine Lösung möglich ist, auch wenn wir sie heute vielleicht noch nicht sehen können. Woran wir das merken? Es gibt keine Zufälle und Gänsehaut lügt nie. Wir wissen es einfach, wenn etwas richtig ist. Weil wir es präzise und deutlich fühlen. Man sollte sich die Erfahrung dieser Arbeit gönnen, wenn es irgend möglich ist. Sie ist verblüffend effektiv und beglückend. Und so einfach wie die Erkenntnis, dass alte Verhaltensweisen nichts Neues in unser Leben bringen. Oder wie definierte Einstein noch den Wahnsinn? Wahnsinn ist, wenn jemand immer das Gleiche tut und neue Ergebnisse erwartet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.