Jahreszeiten – wie wir in ihnen schwingen und was sie uns sagen

Ich freue mich jedes Jahr im Frühling oder sogar vor dem Frühling über jedes grüne Spitzchen, das da aus der Erde kommt. So wie im Herbst alles stirbt, im Winter alles ruht, so kommt im Frühling alles wieder ans Licht, schwillt und wächst und zeigt sich.

Es ist für mich in den Jahreszeiten, im Garten, am See beim Laufen, in den Tieren, das ganze Leben. Stirb und werde – jeder, der ernsthaft in einem Garten arbeitet, weiß das und fühlt es auch. Im Frühjahr pflanze und dünge ich, im Sommer arbeite ich mich hindurch, schneide hier, vereinzele da, reiße heraus und verteile neu. Im Herbst räume ich ab, im wahrsten Sinne des Wortes, der Garten wird kahl und bereitet sich auf die Ruhe vor. Da ist nicht soviel Sanftes -das ist schon auch brutal. Kahlschlag, zurückschneiden, schubkarrenweise das Material abfahren. Mit der gleichen Wucht kommt es wieder, und mit überschäumender Energie wächst und blüht es im Sommer.

So ist das Leben eben, sage ich mir, aber nicht resigniert oder traurig, sondern bejahend, denn jede Jahreszeit hat ihre Schönheit und jede trägt immer die Verheißung der nächsten, übernächsten undsoweiter in sich. Es ist ein Auf und Ab, und ich schwinge darin.

Nur dass das Leben mehr ist. Rumi hat gesagt: Alles, was im Frühjahr wächst, stirbt im Herbst. Nur die Liebe kennt keine Jahreszeiten. Und das sollten wir nicht vergessen – die Liebe ist die Antwort auf alles und der Sinn in allem.

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