Natur als unser Lebensraum, nicht als etwas, das wir besuchen, oder

kann es sein, dass wir gar nicht mehr merken, wie existentiell wichtig uns der Aufenthalt draußen ist? Draußen zu sein, und zwar in ungebändigter Natur, ist unser Lebenselixier – das merken wir erst dann, wenn wir es wieder tun.

Und zwar regelmäßig. In unserem Leben kann es heutzutage sein, dass wir gar nicht mehr wirklich draußen sind. Klar gehen wir zum Auto oder zum Bus oder zur S-Bahn, aber das meine ich nicht. Ich meine vielmehr den häufigen Aufenthalt im Wald, am See, und auch nicht nur fünf Minuten, sondern mindestens drei mal wöchentlich mindestens eine halbe Stunde. Wenn wir kleine Kinder haben, sind wir viel draußen, einfach, weil es sonst zu langweilig ist und weil die Kinder es lieben. Anlässlich der Zeit mit meiner ersten Tochter habe ich erst wieder gemerkt, wie wichtig auch für mich diese Zeiten sind. Wir leben ja erst verhältnismäßig kurz hauptsächlich in Gebäuden – bis vor wenigen hundert Jahren haben die Menschen sich hauptsächlich draußen aufgehalten. Gejagt, gesammelt, die Erde bestellt und gelebt. Daran ist unsere Seele nach wie vor gewöhnt, und deswegen entspannen wir uns in der Natur auf eine Art und Weise, die wir sonst gar nicht kennen. Still und selbstverständlich. Also gönnen wir uns das doch bewusst – es kostet nichts außer adäquater Kleidung und unserer Zeit. Die wir sonst mit anderen Dingen verbringen, die uns nicht halb so glücklich machen. Und am schönsten wird es, wenn wir uns draußen bewegen, dabei ist es nicht wichtig, ob wir joggen oder walken oder einfach spazierengehen. Und am allerbesten, wenn wir gemeinsam mit lieben Menschen sind – obwohl Alleinsein manchmal am meisten Kraft gibt, weil wir dann auf unsere innere Stimme hören können. Meditation in Bewegung, nenne ich das. Wenn mich etwas sehr beschäftigt, ich aber damit nicht weiterkomme, dann nehme ich es mit auf eine meiner Runden um den See. Es arbeitet dann im Unterbewussten, und fast immer kommt die Lösung ganz von selbst, indem ich es loslasse und mich damit bewege. Stille in Bewegung – das ist der Schlüssel zur Lösung.

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